Die Joseph Levy Witwe AG

Die Joseph Levy Witwe AG war bis 1935 einer der größten Kaufhausbetreiber des Saargebiets. Nach der Saarabstimmung und der Rückgliederung des Montanreviers an das Deutsche Reich wurde aus dem 1853 gegründeten Familienunternehmen ein „arisches Warenhausunternehmen“ unter neuem Namen, die jüdischen Besitzer mussten emigrieren. Hinter der Firmengeschichte verbirgt sich eine bislang kaum erforschte Familiengeschichte: Die Brüder Alfons und Julius Herzberger leiteten die Joseph Levy Witwe AG und engagierten sich in linken Parteien, weshalb sie ins Visier der Nationalsozialisten gerieten. Ihre Schwester Else Herzberger war eine der wichtigsten Frauen im Leben des Philosophen Theodor W. Adorno. Sie unterstützte dessen Freund Walter Benjamin im Pariser Exil. Seit mehreren Jahren recherchiere ich die Unternehmensgeschichte der Joseph Levy Witwe AG und die Biographien ihrer Besitzer.

„Die Freundin des Philosophen. Über die Unternehmerin Else Herzberger und ihre Verbindung zu Theodor W. Adorno“, in: Saargeschichten (2015), Nr. 1, S. 4–11.

„Das Warenhaus und die Familie. Die Joseph Levy Witwe AG und ihre jüdischen Besitzer“, in: Saarbrücker Hefte (2015), Nr. 112, S. 89–97.

„Das Haus Joseph Levy Witwe. Eine jüdische Unternehmerfamilie und die Saarabstimmung vom 13. Januar 1935“, Vortrag bei der Stiftung Demokratie Saarland, 21. Januar 2015. (Audio)

„Alfons Herzberger (1879–1941). Der vergessene Retter“, in: Tobias Fuchs/Jens Kelm: 100 Jahre Ellenfeld-Stadion. Vom „Borussia-Sportplatz“ zum Erinnerungsort. Ottweiler 2012, S. 60–63.

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